Gestern habe ich wie jedes Jahr einen wunderschönen Weihnachtsbrief von der Rheumaliga Solothurn bekommen. Die nachfolgende Geschichte hat mich sehr nachdenklich gemacht. Damit wird einem wieder bewusst, dass Kinder unsere Welt ganz anders sehen wie wir Erwachsenen.
Brücken bauen"Du hast einen schönen Beruf", sagt das Kind zum alten Brückenbauer, "es muss sehr schwer sein, Brücken zu bauen."
Wenn man es gelernt hat, ist es leicht", sagte der alten Brückenbauer, "es ist leicht, Brücken aus Beton und Stahl zu bauen. Die anderen Brücken sind viel schwieriger", sagte er, "die baue ich in meinen Träumen" "Welche anderen Brücken?", fragte das Kind.
Der alte Brückenbauer sah das Kind nachdenklich an. Er wusste nicht, ob das Kind es verstehen würde.
Dann sagte er: "Ich möchte eine Brücke bauen - von der Gegenwart in die Zukunft. Ich möchte eine Brücke bauen von einem zum anderen Menschen, von der Dunkelheit ins Licht, von der Traurigkeit zur Freude. Ich möchte einen Brücke bauen von der Zeit in die Ewigkeit, über alles Vergängliche hinweg."
Das Kind hatte aufmerksam zugehört. Es hatte nicht alles verstanden, spürte aber, dass der alte Brückenbauer traurig war. Weil es ihn wieder froh machen wollte, sagte das Kind: "Ich schenke dir meine Brücke."
Und das Kind malte für den Brückenbauer einen bunten Regenbogen.
Willi Hoffsümmer


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